Vorsorge, die im Alltag beginnt: Vortragsreihe stärkte Sicherheit in Wald im Pinzgau
Im Juni fand in Wald im Pinzgau die dreiteilige Vortragsreihe „Wald rührt um / Eintopf“ statt. Im Mittelpunkt standen praktische Informationen zu Starkregen und Hochwasser, Brandvermeidung sowie zur Vorsorge bei länger dauernden Stromausfällen.
Die Initiative entstand im Rahmen des SIR-Prozesses „Zukunftsraum Gemeinde“. Gabriele Hofmann und Franz Nothdurfter aus Wald griffen das Thema auf und schufen damit Raum für Information, Austausch und konkrete Handlungsmöglichkeiten. Denn Vorsorge und Krisenbewältigung sind nicht nur Aufgaben von Einsatzorganisationen und Gemeinden. Auch jede und jeder Einzelne kann dazu beitragen, Schäden zu reduzieren und im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.
Wasser hat einen kleinen Kopf: Gut gerüstet bei Starkregen und Hochwasser
Zum Auftakt zeigte Sebastian Berg vom Kawumms Naturgefahrenmanagement, wie sich Häuser und Grundstücke bei Starkregen und Hochwasser besser schützen lassen. Thematisiert wurden mögliche Schwachstellen wie Kellerabgänge, Lichtschächte, Rückstau aus der Kanalisation oder oberflächlich zufließendes Wasser.
Je nach Gebäude können etwa Rückstauklappen, druckwasserdichte Fenster sowie gesicherte Kellerabgänge und Lichtschächte sinnvoll sein. Bei einem gemeinsamen Rundgang zu umliegenden Gebäuden wurden mögliche Schwachstellen gesucht und Maßnahmen zur Sanierung oder Vermeidung besprochen.
Hilfe, es brennt! Brandvermeidung im privaten Bereich
Stefan Nill vermittelte beim zweiten Termin, wie sich Brände im Haushalt vermeiden lassen und was im Ernstfall zu tun ist. Besonders eindrucksvoll war der praktische Teil: Im Freien konnten die Teilnehmenden Feuerlöscher ausprobieren und den richtigen Umgang bei unterschiedlichen Brandszenarien, darunter auch bei einem Fettbrand, üben.
Die sichtbaren Flammen machten deutlich, wie wichtig Ruhe, Wissen und die passende Reaktion im Ernstfall sind.
Das kleine Blackout: Wenn der Strom mal länger ausfällt
Zum Abschluss zeigte Dr. Mario Prast vom Salzburger Zivilschutzverband, wie sich Haushalte auf einen länger dauernden Stromausfall oder Blackout vorbereiten können. Betroffen sind Kommunikation, Verkehr, Einkauf, Zahlungsverkehr, Heizung und die Lebensmittelversorgung.
Vorgestellt wurden einfache Maßnahmen wie Vorräte an Lebensmitteln, Trinkwasser und wichtigen Medikamenten für rund eine Woche, ein batteriebetriebenes Radio, Kochmöglichkeiten ohne Strom sowie Notstromaggregate. Ebenso wichtig sind eine gute Planung und Absprachen innerhalb der Familie und im persönlichen Umfeld.
Praktischer Selbstschutz und gemeinsamer Ausklang
Zum Abschluss der Vortragsreihe konnten die Teilnehmenden Sandsäcke für den privaten Selbstschutz direkt vor Ort befüllen. Der Sand wurde von der Firma Stöckl gesponsert.
Für die kulinarische Verpflegung nach den Vorträgen sorgten die Walder Wirte Andreas Hochstaffl von der Weinzeit Königsleiten, Günther Schranz vom Familiengasthof Schranz und Franz Bachmaier von der Walder Kirchstub’n. Brot stellte die Bäckerei Schroll zur Verfügung. Unterstützt wurde die Vortragsreihe von der KLAR! Pinzgau.
Die Vortragsreihe hat gezeigt: Gute Vorsorge muss nicht kompliziert sein. Wer das eigene Umfeld kennt, mögliche Risiken ernst nimmt und rechtzeitig einfache Maßnahmen setzt, kann dazu beitragen, dass aus einer allgemeinen Krise keine persönliche Krise wird


