KEM und KLAR! Pinzgau

Alternative Finanzierungsmodelle für Gemeinden - Zukunft Gemeinde

Am 06.07. stand die Veranstaltungsreihe Zukunft.Gemeinde in Saalfelden im Zeichen der Alternativen Finanzierungsmodelle.

Die Experten von e7 zeigten Möglichkeiten auf, wie wirtschaftlich rentable Energieprojekte trotz knappen Gemeindebudgets umgesetzt werden können!

Datum
Organisation

Alternative Finanzierung für kommunale Energieprojekte

Am 6. Juli 2026 fand in Saalfelden der Workshop „Alternative Finanzierung von Erneuerbaren-Energieprojekten“ statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie wirtschaftlich sinnvolle Energieprojekte auch dann umgesetzt werden können, wenn Gemeindebudgets und Kreditspielräume begrenzt sind.

Eine zentrale Erkenntnis der Veranstaltung lautete: Wirtschaftlich rentable Energieprojekte müssen nicht an knappen finanziellen Ressourcen scheitern. Ergänzend zu Eigenmitteln, Förderungen und klassischen Bankkrediten können innovative Finanzierungsmodelle neue Handlungsspielräume eröffnen und eine frühere Umsetzung ermöglichen.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Neben der klassischen Finanzierung aus Eigenmitteln oder über einen Bankkredit können Gemeinden auch externe Partner oder die Bevölkerung in die Umsetzung von Energieprojekten einbinden.

Beim Crowdfunding beziehungsweise bei einer Bürger:innenbeteiligung stellen viele Personen kleinere Beträge für ein konkretes Projekt zur Verfügung und erhalten dafür eine vereinbarte Vergütung. Dadurch können Projekte ergänzend zu Förderungen und Krediten finanziert werden. Gleichzeitig bleiben Teile der Wertschöpfung in der Region und die Bevölkerung wird unmittelbar in die Energiewende eingebunden.

Bei PV-Projekten kommt häufig ein Sale-and-Lease-Back-Modell zum Einsatz: Bürger:innen erwerben Anlagenteile, die von der Gemeinde zurückgemietet werden. Nach Ablauf des Vertrages gehen diese wieder in das Eigentum der Gemeinde über.

Eine weitere Möglichkeit ist das Contracting. Dabei übernimmt ein externer Dienstleister je nach Vertragsmodell die Finanzierung, Errichtung und den Betrieb einer Anlage. Die Gemeinde stellt beispielsweise eine Dachfläche zur Verfügung und bezieht den erzeugten Strom zu vertraglich festgelegten Konditionen. Der organisatorische Aufwand für die Gemeinde kann dadurch deutlich reduziert werden, gleichzeitig müssen Kosten und Vertragsbedingungen über die gesamte Laufzeit sorgfältig geprüft werden.

Warum eine Bürger:innenbeteiligung trotz höherer Zinsen sinnvoll sein kann

Ein Bankkredit ist in der Regel günstiger verzinst als ein Bürger:innenbeteiligungsmodell. Bei der Bewertung sollte jedoch nicht nur ein einzelnes Projekt betrachtet werden.

Werden alle Vorhaben ausschließlich über Kredite finanziert, können begrenzte Kreditrahmen dazu führen, dass andere wichtige Projekte um mehrere Jahre verschoben werden müssen. Die dadurch entstehenden Verzögerungskosten können höher sein als die zusätzliche Verzinsung eines Beteiligungsmodells.

Darüber hinaus stärkt eine Bürger:innenbeteiligung die regionale Wertschöpfung, erhöht die Identifikation mit dem Projekt und kann zu einer größeren Akzeptanz in der Bevölkerung beitragen. Crowdfunding ersetzt dabei meist nicht die gesamte Finanzierung, sondern ergänzt Förderungen, Eigenmittel und Bankkredite sinnvoll.

PV-Anlagen und Batteriespeicher gezielt dimensionieren

Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops war der wirtschaftlich sinnvolle Einsatz von PV-Anlagen und Batteriespeichern. Speicher sind insbesondere dort interessant, wo hohe Strombezugskosten oder ausgeprägte Lastspitzen auftreten.

Durch sogenanntes Peak Shaving können kurzfristige Bezugsspitzen reduziert und damit laufende Kosten gesenkt werden. Besonders relevant kann dies für große kommunale Verbraucher wie Kläranlagen, Wasserversorgungsanlagen oder größere Gemeindegebäude sein. Voraussetzung ist eine genaue Analyse der vorhandenen Lastprofile.

Kostenfreie Unterstützung für Gemeinden

Die KEM Pinzgau bietet gemeinsam mit e7 kostenfreie Unterstützung bei der Vorbereitung und Bewertung kommunaler Energieprojekte an. Dazu gehören:

  • die Auswahl eines geeigneten Finanzierungs- oder Beteiligungsmodells,
  • die Unterstützung bei Ausschreibungen und Angebotsvergleichen,
  • die Prüfung langfristiger Kosten- und Tarifrisiken,
  • die Analyse von Lastprofilen kommunaler Gebäude,
  • sowie Empfehlungen zur passenden Dimensionierung von PV-Anlagen und Batteriespeichern.

Das Angebot richtet sich sowohl an Gemeinden mit bereits konkreten Projekten als auch an Gemeinden, die sich noch in einer frühen Planungsphase befinden.

Für die Prüfung konkreter Projektideen und die Abstimmung weiterer Schritte stehen die KEMs im Pinzgau gerne zur Verfügung.